Scham
Gewöhnliche Bedeutung:
Ein schmerzhafter innerer Zustand, in dem man sich minderwertig, falsch oder bloßgestellt fühlt – oft begleitet von Rückzug oder dem Wunsch, zu verschwinden.
Klartext-Bedeutung:
Die Bewegung des Ichs, sich aus dem Sichtfeld zu ziehen – nicht weil etwas falsch ist, sondern weil Trennung wieder geglaubt wird.
Scham ist eng verwandt mit verbergen, sich verhüllen, nicht gesehen werden wollen.
Doch strukturell ist Scham kein Fehler.
Sie ist ein Hinweis.
Sie zeigt, wo das Bild von „Ich“ nicht übereinstimmt mit dem, was erscheint –
und wo das System deshalb entscheidet:
„Ich muss mich verbergen, um bestehen zu dürfen.“
Aber:
Scham kann nur entstehen,
wenn ein innerer Beobachter glaubt,
es gäbe einen Zustand,
der nicht zeigbar ist.
Wahre Klarheit kennt keine Scham.
Denn sie sieht:
Nichts muss verdeckt werden,
wenn nichts als getrennt gehalten wird.