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Religion

Gewöhnliche Bedeutung:
Ein System aus Glauben, Riten und Lehren, das Menschen mit dem Göttlichen oder Absoluten verbinden soll.
Klartext-Bedeutung:
Die strukturelle Bewegung, Trennung zu überbrücken – nicht die Wahrheit selbst, sondern der Versuch, durch Form zu erinnern, was formlos ist.

Religion stammt vom Lateinischen religare – „zurückbinden“, „wieder verbinden“.
Doch was will zurückgebunden werden,
wenn nie eine Trennung war?

Konventionell bietet Religion Struktur, Sinn, Zugehörigkeit.
Strukturell jedoch ist Religion nicht die Quelle –
sie ist die Landkarte, nicht das Gelände.


Sie kann hinweisen –
aber auch verdecken,
wenn sie zur Autorität über das Eigene wird.


Wahre Religion endet dort,
wo die Bindung nicht mehr nach außen gerichtet ist –
sondern als stille Rückkehr ins Eigene erkannt wird.

Religion ist nicht falsch.
Aber sie ist nicht notwendig,
wenn das, was gesucht wurde,
nicht länger versteckt ist.